Sonnenstrom satt vom Schuldach

Private Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 79.3 kWp,
auf dem Leibniz-Gymnasium in Betrieb genommen.

Sonnenstrom satt vom Schuldach

Gottfried Wilhelm Leibniz, der als letzter Universalgelehrter der Wissenschaftsgeschichte gilt, hätte an den neuen Aufbauten des nach ihm benannten Östringer Gymnasiums wohl seine helle Freude gehabt. Auf dem Dach der Bildungseinrichtung ist seit kurzem eine private Photovoltaikanlage in Betrieb, mit der die „frei Haus“ gelieferte Sonnenenergie eingefangen und ganz ohne Schadstoffausstoß sowie mit hohem Wirkungsgrad in elektrischen Strom umgewandelt wird.

Finanziert und unterhalten wird das aus 472 Solarmodulen mit einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern bestehende Sonnenkraftwerk von der Essenpreis GdbR, die von den einheimischen Investoren Thomas und Rüdiger Essenpreis eigens für das Projekt gegründet wurde. Das Schuldach wurde der Betreibergesellschaft auf der Grundlage eines Beschlusses des Östringer Gemeinderats für die Dauer von zwanzig Jahren verpachtet und nach Ablauf dieser vereinbarten Nutzungsdauer kann die Kraichgaustadt frei entscheiden, ob die Solartechnik von den Pächtern wieder abgebaut werden muss oder unter kommunaler Regie weiter in Funktion bleibt.

Wie Thomas und Rüdiger Essenpreis beim Ortstermin zur Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage im Gespräch mit Bürgermeister Walter Muth verdeutlichten, wurde mit Blick auf die vorgesehene Lebens- und Betriebsdauer der Einrichtung schon bei der Projektplanung kompromisslos auf Qualität gesetzt. Sämtliche Solarmodule und die sonstigen technischen Bauteile sind daher „Made in Germany“, zumal die Kooperation mit deutschen Herstellern den Investoren gegebenenfalls auch mehr Sicherheit bei der etwa erforderlichen Regulierung von Gewährleistungsansprüchen bietet.

Die auf Dachständern montierten und nach Süden ausgerichteten Solarmodule haben eine installierte Leistung von 79,3 Kilowattpeak, so dass die Anlage auf dem Leibniz-Gymnasium zu den größten ihrer Art in der Region zählt. Der Spitzenwert bei der Stromerzeugung wird bei bestimmten genormten äußeren Bedingungen erreicht, wobei di Sonneneinstrahlung und die sonstigen Witterungsverhältnisse den Wirkungsgrad beeinflussen.

Über zwei im Heizraum des Gymnasiums installierte Wechselrichter, die den durch den photovoltaischen Effekt entstandenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und zugleich synchronisieren, wird die auf dem Schuldach gewonnene Sonnenenergie in das Netz der öffentlichen Elektrizitätsversorgung eingespeist.

Selbstverständlich wird das Solarprojekt auch Eingang in den Unterricht der Gymnasiasten finden, wie Schulleiter Dieter Brunnemer bei der Inbetriebnahme der Anlage bekräftigte. Zu diesem Zweck stellt die Be-treibergesellschaft dem Leibniz-Gymnasium noch eine digitale Anzeigetafel zur Verfügung, die Auskunft über die jeweils aktuellen Betriebsdaten und die Gesamtleistung des neuen Sonnenstromerzeugers gibt. Mit der per Internet überwachten und gesteuerten Anlage werden jährlich immerhin bis zu 55 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid vermieden.

(Quelle: Stadt Östringen)

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